SDGs im Fokus

SDGs IM FOKUS

SDGs IM FOKUS

Berichterstattung zu den Unterzielen der für den Evonik-Konzern relevanten SDGs
Evonik unterstützt die 17 Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Durch eine eigene Methodik haben wir die vier SDGs ermittelt, die eine besonders hohe Relevanz für den Evonik-Konzern haben.

Ein SDG ist für uns relevant, wenn ein signifikant positiver oder negativer Einfluss von oder auf Evonik gegeben ist. Mit unseren Produkten und Lösungen leisten wir einen positiven Beitrag zur Erreichung der jeweiligen SDGs. Wir sind uns dabei immer bewusst, dass mit unserer Geschäfts­tätigkeit partiell auch kritische Auswirkungen verbunden sein können. Die für den Evonik-Konzern relevantesten SDGs sind:

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SDG 3:
GESUNDHEIT &
WOHL­ERGEHEN

Gesundheit & Wohlergehen

Ein Leben in Gesundheit und die Förderung des Wohlbefindens für alle Menschen sind wichtig für den Aufbau stabiler Gesellschaften. Während sich Industrieländer mit einer zunehmend alternden Gesellschaft konfrontiert sehen, besteht in weniger entwickelten Ländern vor allem die Herausforderung einer guten medizinischen Versorgung der breiten Bevölkerung: Denn Gesundheit ist ein wichtiger Schritt aus der Armut. Nur wenn Kinder und Jugendliche gesund sind, können sie zur Schule gehen, Bildung genießen und ihr Leben gestalten.

Betrieblicher Gesundheitsschutz auf hohem Niveau
Die Förderung der Gesundheit und des Wohlergehens unserer Mitarbeiter sehen wir seit jeher als Teil unserer unternehmerischen Verantwortung. Durch umfangreiche Maßnahmen zum betrieblichen Gesundheitsschutz und zur Gesundheitsförderung wollen wir die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Beschäftigten erhalten.

Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen bei Evonik in Hanau.
Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen bei Evonik in Hanau. Unser Beitrag durch Produkte & Anwendungen

Evonik ist weltweit Innovations- und Entwicklungspartner von Unternehmen, die Arzneimittel, Nahrungs­ergänzungsmittel oder Medizinprodukte herstellen. Wir überzeugen mit inno­vativen, maßgeschneiderten Produkten, Technologien und Dienstleistungen. Unser Health-Care-Geschäft haben wir in den letzten Jahren zielgerichtet ausgebaut und um neue Technologieplattformen erweitert. Zu nennen ist hier beispiels­weise unsere Kompetenz bei Drug-Delivery-Techno­logien, die für neuartige mRNA-Impfstoffe benötigt werden.

Als Entwicklungspartner für genbasierte Therapieansätze haben wir COVID-19-Impfstoff­projekte von der Entwicklung bis zur Herstellung von Klinikmustern unterstützt. Der erantwortungsvolle Umgang mit Chemikalien zählt zu den unabdingbaren Grundlagen der Geschäftstätigkeit von Evonik. Dazu gehört, mögliche Gesundheits- und Umwelt­risiken in unserem Portfolio frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Jedes unserer Produkte betrachten wir deshalb entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Rohstoff­beschaffung bis zur Abgabe an unsere industriellen Kunden.


SDG 6:
SAUBERES WASSER &
SANITÄR­EIN­RICHTUNGEN

Sauberes Wasser & Sanitäreinrichtungen

Der Zugang zu Wasser und Sanitäreinrichtungen ist ein Menschenrecht, das für Milliarden Menschen noch nicht verwirklicht ist. Dies wird dramatisch verstärkt durch die Auswirkungen des Klimawandels.

Wir engagieren uns im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser. Evonik setzt Wasser vor allem zu Kühlzwecken und als Prozesswasser in der Produktion, zur Dampferzeugung in den Kraftwerken und für sanitäre Zwecke ein. Wir verwenden Wasser möglichst sparsam: Um den Einsatz von Frischwasser zu reduzieren, haben wir unter anderem Wasserverbundsysteme mit verschiedenen abgestuften Wasserqualitäten eingerichtet. Zusätzlich nutzen wir Wasser mehrfach, indem wir Kühlwasser im Kreislauf fahren.

Ein wichtiges Element unseres weltweiten Wassermanagements stellt die Wasserstressanalyse dar. Unter Berücksichtigung klimatischer und sozioökonomischer Entwicklungsprojektionen haben wir Standorte ermittelt, die in den nächsten 20 Jahren besonders von Wasserstress betroffen sein könnten. Mit fünf dieser Standorte in China, Indien, den USA und Südkorea wurden detaillierte Interviews zur Wassernutzung und zu möglichen Optionen, diese zu reduzieren, geführt.

Im Rahmen unseres globalen Wassermanagements betrachten wir auch weitere Aspekte wie zum Beispiel Infrastruktur und Transportmöglichkeiten. Darüber hinaus untersuchen wir in einer Risikoanalyse die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen wie beispielsweise Sturm, Hagel, Überflutungen, Hurrikane, Tornados und Starkregen.

Im Rahmen unserer Biodiversitätsanalyse setzten wir uns mit Emissionen in Gewässer auseinander, wobei ein Geoinformationssystem zum Einsatz kommt. Unser Standort in Mobile (Alabama, USA) liegt in der Nähe des Fowl River. Das Wassereinzugsgebiet rund um diesen Fluss wird durch die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA in ein Wasserschutzgebiet umgewandelt. Evonik gehört dem „Fowl River Forever“-Lenkungskreis an, der an einem Managementplan zum Schutz und zur Verbesserung der Wasserqualität arbeitet.

Wissenschaftlerin analysiert Schaumstruktur von Tensiden.
Wissenschaftlerin analysiert Schaumstruktur von Tensiden. Unser Beitrag durch Produkte & Anwendungen

Wasserstoffperoxid ist eine umweltverträgliche, ressourcen­effiziente Chemikalie, die vor allem im Umwelt­bereich, in der Lebensmittelverarbeitung und der Elektronik­industrie zum Einsatz kommt. Weitere Schwerpunkte sind die Abwasseraufbereitung sowie Des­infektionsanwendungen.

In der Tierhaltung tragen moderne und nachhaltige Futter­mittel­formulierungen dazu bei, das Grundwasser vor einem zu großen Stickstoffüberschuss zu schützen. Setzt man dem Futter essenzielle Aminosäuren wie DL-Methionin zu, lässt sich das Futter besser an den Nähr­stoffbedarf von insbesondere Hühnern oder Schweinen anpassen. Als Folge benötigen die Tiere weniger Flüssigkeit. Dadurch wird in der Landwirtschaft weniger Wasser verbraucht und der Nitratausstoß sinkt.

Tenside sind waschaktive Substanzen, die erst die Reinigungswirkung von Waschmitteln, Duschgels, Shampoos und Spülmitteln ermöglichen. Sie sind neben Wasser die wichtigsten Inhaltsstoffe dieser Produkte und sorgen für Sauberkeit und Hygiene. Evonik hat Biotenside entwickelt, die besonders umwelt- und hautverträglich sind und gleichzeitig die volle Reinigungsleistung bringen. Produziert werden sie von Hefen und Bakterien. Die Fähigkeit, biologisch abbaubare Rhamno­lipide im Industriemaßstab her­zustellen, unterscheidet Evonik im Wettbewerb.


SDG 12:
NACHHALTIGE/R
KONSUM & PRODUKTION

NACHHALTIGE/R KONSUM & PRODUKTION

Angesichts von Klimawandel und knappen Ressourcen müssen Konsum- und Produk­tionsweisen grundlegend geändert werden. Es gilt, Wege zu nachhaltigem Konsum sowie einer ressourcenschonenden und energieeffizienten Produktion zu beschreiten.

Den größten unmittelbaren Einfluss auf Nachhaltigkeitsanforderungen hat Evonik mit ihren eigenen Produktions- und Geschäftsprozessen sowie den vermarkteten Produkten. Wir verfügen über integrierte Technologieplattformen, die es uns ermöglichen, effiziente Prozesse, Ressourcenschonung und Innovationskraft zu verbinden. Diese Verbundstrukturen unterstützen gleichzeitig unsere Bestrebungen, Produktionsabfälle weiter zu verringern. Darüber hinaus haben wir seit vielen Jahren Prozesse und Managementsysteme etabliert, um mögliche Gesundheits- und Umweltrisiken in unserem Portfolio frühzeitig zu erkennen und zu bewerten.

Im Rahmen einer Wirkungsanalyse (Impact Valuation) setzen wir uns mit den Auswirkungen unserer Produktions- und Geschäftsprozesse auseinander. Ergänzend hierzu untersuchen wir unser Portfolio im Hinblick auf Nachhaltigkeitskriterien. Diese Nachhaltigkeitsanalyse der Geschäfte 2.0 umfasst auch ökobilanzielle Betrachtungen wie zum Beispiel Life-Cycle-Assessments. So lassen sich ökologische Stärken und Schwächen über den gesamten Produktlebenszyklus darstellen und Chancen und Risiken für ein Produkt oder Geschäft identifizieren.

Als Spezialchemieunternehmen ist Evonik in der Mitte der Wertschöpfungskette positioniert. Wir helfen mit unserer Technologiekompetenz den Kunden, beispielsweise ihre Ziele in Bezug auf Circular Economy zu erreichen. 2020 haben wir ein Circular Plastics Program gestartet und damit alle Aktivitäten zu diesem Thema gebündelt. Ziel ist, die Zusammenarbeit mit Stake­holdern der kunststoffverarbeitenden Industrie zu intensivieren und Netzwerke entlang der Wertschöpfungskette auszubauen.

Abfüllung von VESTENAMER in Marl.
Abfüllung von VESTENAMER in Marl. Unser Beitrag durch Produkte & Anwendungen

Mit ihren Produkten und Lösungen trägt Evonik zur Einsparung von Ressourcen bei. Dazu zählt ein Verfahren zur fermentativen Herstellung der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA1 aus natürlichen Meeresalgen für die Ernährung von Lachsen in der Aquakultur. Es ermöglicht, auf den Einsatz von aus Wildfisch gewonnenem Fischöl zu verzichten. Dieses Verfahren ging aus der Forschungszusammenarbeit mit Royal DSM hervor, woraus das heutige Gemeinschaftsunternehmen Veramaris® veramaris.com entstanden ist.

Ein Prozessadditiv zur Wiederverwertung von Gummi aus ausgedienten Autoreifen ermöglicht, Rohstoffe wie Erdöl und Naturkautschuk durch einen Anteil Reifengranulat einzusparen und Stoffkreisläufe zu schließen. Unsere Bindemittel für Lacke und Farben dienen als Schutz vor Korrosion, Abrieb und Kratzern, wodurch die Langlebigkeit verbessert wird. Additive zur Optimierung von Verpackungsmaterial lassen Lebensmittel länger frisch bleiben. Mit unseren Produkten und Lösungen werden zudem Druckfarben aus dem Altpapier abgetrennt und wertvoller Papierfaserstoff zurückgewonnen.

Evonik engagiert sich zudem für Transparenz in ihren Lieferketten. Wir sind Gründungs­mitglied der Brancheninitiative „Together for Sustainability“ (TfS). Ziel von TfS ist die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung eines globalen Assessment- und Auditprogramms zur verantwortungsvollen Beschaffung von Gütern und Leistungen. Unsere Anforderungen haben wir in einem eigenen Verhaltenskodex formuliert. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie unsere Grundsätze teilen und in jeder Hinsicht korrekt handeln.

1 EPA = Eicosapentaensäure, DHA = Docosahexaensäure.


SDG 13:
MASSNAHMEN
ZUM KLIMASCHUTZ

Massnahmen zum Klimaschutz

Der Klimawandel zählt zu den weltweit fünf größten Risiken für die wirtschaftliche Stabilität und den sozialen Zusammenhalt – so der Risk Report 2020 des World Economic Forum. Steigende Durchschnittstemperaturen, höhere Meeresspiegel, Zunahme von Extremwetterereignissen wie Starkregen, Dürren oder extremer Hitze sind für jeden sichtbare Veränderungen des Klimas. Mit dem Pariser Klimaschutz-Übereinkommen haben sich die Unterzeichnerstaaten im Dezember 2015 dazu verpflichtet, dem Klimawandel und den damit verbundenen Konsequenzen zu begegnen.

Evonik arbeitet seit vielen Jahren mit konkreten Zielen daran, ihre CO2-Emissionen und damit die negativen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Klima zu senken. Zusätzlich haben wir einen CO2-Preis für große Investitionen eingeführt, um den sich global ändernden regulatorischen Rahmenbedingungen Rechnung tragen zu können.

Wesentlicher Baustein zur Erreichung der Klimaziele ist die Modernisierung unseres Kraftwerkparks. Evonik errichtet im Chemiepark Marl zurzeit ein neues, hocheffizientes Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) und wird damit 2022 die dortige Kohleverstromung beenden. Zeitgleich soll ein weiteres neues GuD-Kraftwerk als Ersatz für ein bestehendes Reservegaskraftwerk in Betrieb gehen.

Zur Senkung unserer Scope-3-Emissionen haben wir die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten im Fokus. Ein Expertenteam arbeitet daran, Einsparmöglichkeiten entlang der vorgelagerten Wertschöpfungskette – insbesondere bezüglich des „Rohstoffrucksacks“ der von uns bezogenen Vorprodukte – zu identifizieren.

Qualitätssicherung im Application Technology Lab, Schanghai (China).
Qualitätssicherung im Application Technology Lab, Schanghai (China). Unser Beitrag durch Produkte & Anwendungen

Evonik bietet eine Reihe von Produkten und Lösungen an, die in ihren Anwendungen einen positiven Beitrag zur Einsparung von Treibhausgasemissionen leisten. Der Zusatz von DL-Methionin zum Futter von Nutztieren reduziert deutlich den Ausstoß von Treibhausgasen sowie Ammoniak und Nitrat. Weitere Beispiele sind die Silica-Silan-Technologie für roll­widerstandsoptimierte Reifen, Membranen für die Biogas­aufbereitung oder ein innovatives Dämmmaterial aus Silizium­dioxid für Gebäude. Darüber hinaus liefern wir zahlreiche Produkte für die Windkraft: So ermöglicht unsere Härtertechnologie die Stabilität von immer längeren Rotorblättern, unser Grundöl steigert die Effizienz von Windkraftanlagen und Lacke mit unseren Additiven schützen diese vor Licht- und Witterungseinflüssen.

In mehreren Forschungsprojekten arbeitet Evonik daran, CO2 als Ausgangsstoff zu nutzen. So untersuchen wir im Rahmen unseres Projekts „Rheticus“ creavis.com/.../rheticus zusammen mit Siemens die technische Machbarkeit von künstlicher Foto­synthese: Dabei werden aus CO2, Wasser und Ökostrom mithilfe von Bakterien Spezialchemikalien erzeugt. Die gleiche Techno­logieplattform nutzen wir auch in unserer Forschungskooperation mit Beiersdorf. Ziel ist hier die Entwicklung nachhaltiger Rohstoffe für Pflegeprodukte, die CO2 als Ausgangsstoff nutzen.

Klimabedingte Chancen und Risiken sind wichtige Bestandteile unserer finanziellen und nichtfinanziellen Berichterstattung. Informationen finden Sie in den Kapiteln „Umwelt“, „Governance und Compliance“ und im TCFD-Index der pdf-Version des Nachhaltigkeitsberichtes 2020. Darüber hinaus beteiligen wir uns seit einigen Jahren am CDP Climate Change und haben uns im Jahr 2020 hinsichtlich der Bewertung unserer Klimaberichterstattung von „B“ auf „A-“ verbessert.
evonik.com/CDP-ClimateChange