Strategie und Wachstum

Strategie und Wachstum

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie

Im Austausch mit unseren Stakeholdern haben wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Darin sind unsere Wesentlichkeitsanalyse und die für unseren Konzern besonders relevanten Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) eingeflossen.

Evonik soll das weltweit beste Spezialchemieunternehmen werden. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie unterstreicht diesen Anspruch mit ambitionierten Zielen und Steuerungsinstrumenten, die uns helfen, Nachhaltigkeit in profitables Wachstum zu übersetzen. Immer mehr Kunden erwarten, dass wir sie bei der Erreichung ihrer eigenen Nachhaltigkeitsambitionen unterstützen. Und das unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Ziele. Kernelemente unserer Nachhaltigkeitsstrategie sind:

  • die Verankerung von Nachhaltigkeit in Marktversprechen und Unternehmenszweck („Purpose“) von Evonik
  • die Integration von Nachhaltigkeit in unseren Strategischen Managementprozess,
  • die Steigerung des Anteils attraktiver Wachstumsgeschäfte mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit (Next Generation Solutions) in unserem Portfolio,
  • ein vorausschauendes Ressourcenmanagement mit ehrgeizigen Umweltzielen, einschließlich der systematischen Beschäftigung mit den Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie mit den SDGs,
  • die gezielte Verbesserung unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Unsere Nachhaltigkeitsstrategie
Nachhaltigkeitsstrategie
Unsere Aktivitäten 2021

Im Jahr 2020 haben wir Nachhaltigkeit in unseren Strategischen Managementprozess integriert. Im Berichtsjahr sind wir dazu übergegangen, die Beiträge von Evonik zu einer nachhaltigen Transformation in vier Sustainability Focus Areas (SFA) zusammenzufassen: Fight Climate Change, Drive Circularity, Safeguard Ecosystems sowie Ensure Health & Wellbeing. Für jede SFA zeigen wir auf, wie Evonik den eigenen ökologischen Fußabdruck verringert und welchen Handabdruck die Anwendung unserer Produkte und Lösungen in ihren jeweiligen Märkten bedeutet. Jede SFA adressiert spezifische Kernanforderungen an Nachhaltigkeit und beschreibt unseren Beitrag zu den Sustainable Development Goals (SDGs).

Zur Steigerung des Anteils attraktiver Wachstumsgeschäfte mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit erarbeiten wir derzeit neue Ziele und Maßnahmenpläne – auf Konzernebene ebenso wie für unsere Divisionen. Wir wollen den Umsatzanteil unserer Next Generation Solutions bis 2030 substanziell steigern. Next Generation Solutions sind Produkte und Lösungen, die hinsichtlich ihres ausgeprägten Nachhaltigkeitsnutzens über oder sogar deutlich über Marktniveau liegen. Diese Portfoliobewertung ist das Ergebnis unserer jährlich durchgeführten „Nachhaltigkeitsanalyse der Geschäfte“.

Evonik praktiziert ein vorausschauendes Ressourcenmanagement. Im Rahmen des Strategie- und Planungsprozesses 2021 haben wir Optionen zur kurz-, mittel- und langfristigen Senkung unserer Treibhausgasemissionen evaluiert. Für potenzielle Reduktionsmaßnahmen prüfen wir gleichermaßen technologische wie ökonomische Machbarkeitskriterien sowie Auswirkungen auf Wachstums- und Profitabilitätsszenarien. Entsprechende Betrachtungen werden auch Gegenstand unseres Strategiedialogs 2022 sein. Alle Geschäfte sind in diesem Rahmen dazu angehalten, eine Mittelfristplanung vorzulegen, die im Einklang mit unseren zentralen Nachhaltigkeitszielen steht.

Sustainable Finance

Die Weiterentwicklung unseres Portfolios und die Ausrichtung unserer Produkte und Verfahren auf Nachhaltigkeit haben eine immer größere Bedeutung für die langfristige Finanzierung unserer Geschäftstätigkeit. Produkte und Lösungen von Evonik leisten in vielen Endmärkten einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation. Dies gilt beispielsweise für die Ausrichtung auf Zirkularität und Klimaneutralität. Unsere strategischen und operativen Fortschritte zu mehr Nachhaltigkeit werden vom Kapitalmarkt anerkannt. Evonik hat sich seit einigen Jahren im Spitzenfeld renommierter Nachhaltigkeitsratings und -rankings etabliert.

Diese exzellente Positionierung konnten wir im Berichtsjahr weiter ausbauen: Die Ratingagentur EcoVadis zeichnete Evonik erstmals mit „Platin“ aus. Bei MSCI erhielten wir zum ersten Mal ein AA-Rating und stiegen in die Kategorie „Leader“ auf. Im August 2021 platzierte Evonik erfolgreich eine grüne Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen von 500 Millionen €. Diese Anleihe war unser erstes grünes Finanzierungsinstrument. Die der Emission vorausgehende Erarbeitung eines Green Finance Framework hat erheblich dazu beigetragen, Nachhaltigkeit noch stärker in unserer Finanzstrategie zu verankern.

Organisation und Management

Bei Evonik liegt die Gesamtverantwortung für Nachhaltigkeit und alle klimarelevanten Aspekte beim Vorstand. Zuständiges Vorstandsmitglied ist der Personalvorstand. Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für das Nachhaltigkeitsmanagement sind in einer Konzernrichtlinie geregelt. Der Aufsichtsrat befasste sich 2021 ebenfalls regelmäßig mit Nachhaltigkeitsthemen.

Die wichtigsten Gremien für Nachhaltigkeit bei Evonik sind der Sustainability Circle und das Sustainability Council. Der Personalvorstand als das für Nachhaltigkeit zuständige Vorstandsmitglied sitzt beiden Gremien vor. Für das Sustainability Council liegt der Co-Vorsitz bei dem für Chemie und Innovation zuständigen Mitglied des Vorstandes. Im Sustainability Circle sind die für Nachhaltigkeit relevanten Funktionen und Fachbereiche vertreten. Das Sustainability Council stellt die enge Verzahnung mit den Geschäften sicher. Mitglieder sind die Leiter der Divisionen sowie der Konzernfunktionen Sustainability, ESHQE und Strategy. Das Sustainability Council trifft Entscheidungen zu konzernweiten Nachhaltigkeitsaktivitäten und eskaliert diese – wo erforderlich – auf Vorstandsebene. Die Umsetzung von Maßnahmen erfolgt nach Freigabe des Vorstandes durch die operativen Einheiten in enger Abstimmung mit relevanten Funktionen wie Strategy, Sustainability, Research, Development & Innovation oder Procurement.

Governance-Struktur Nachhaltigkeit
Vorstand: Gesamtverantwortung für Nachhaltigkeit und KlimaPersonalvorstand (CHRO): Ressortzuständigkeit

Sustainability Circle
umfasst die für Nachhaltigkeit relevanten Funktionen und Fachbereiche

Sustainability Council
stellt die enge Verzahnung mit den operativen Geschäften sicher

Evonik hat Nachhaltigkeit in den Strategischen Managementprozess (SMP) integriert. Dieser bildet den Rahmen für das Nachhaltigkeitsmanagement und berücksichtigt alle aus Sicht von Evonik materiellen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte. Messbare Effekte fließen über unsere Nachhaltigkeitsanalyse in den SMP ein. So ist sichergestellt, dass Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle in der Steuerung unserer Geschäfte spielt. In den Wachstumsdivisionen Specialty Additives, Nutrition & Care sowie Smart Materials liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung unserer Next Generation Solutions. Die Divisionen verfolgen unterschiedliche, an den Erfordernissen ihrer jeweiligen Märkte ausgerichtete Maßnahmenpläne mit Beiträgen in den vier Sustainability Focus Areas. Die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in laufende Prozesse koordiniert die Konzernfunktion Sustainability in enger Abstimmung mit dem operativen Geschäft sowie mit weiteren relevanten Funktionen.

Messbarkeit unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten

Dem wachsenden Interesse unserer Stakeholder an Nachhaltigkeit entsprechen wir mit umfassender Transparenz und fundierten Analysen. Dabei berücksichtigen wir ökologische, soziale und ökonomische Effekte, um zu einer ganzheitlichen Beurteilung unserer Nachhaltigkeitsperformance zu gelangen.

Nachhaltigkeitsanalyse der Geschäfte

Die Nachhaltigkeitsanalyse unserer Geschäfte hat einen hohen Stellenwert bei der Verankerung von Nachhaltigkeit im Strategischen Managementprozess von Evonik. Die Methodik folgt dem Industriestandard zur Portfoliobewertung in der chemischen Industrie. Die umfassende Auswertung der betrachteten Nachhaltigkeitssignale in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – bietet uns Rückschlüsse zur vorausschauenden Steuerung von einzelnen Produkten bis hin zu ganzen Geschäftsgebieten. Die Analyseergebnisse für das Geschäftsjahr 2020 wurden in den Strategieprozess 2021 eingebunden.

Methodik
Im Zentrum unserer Nachhaltigkeitsanalyse stehen die von Evonik als wesentlich identifizierten Marktsignale. Dazu zählen unter anderem künftige regulatorische Entwicklungen, ökologische und soziale Leistungen im Marktvergleich oder wesentliche Nachhaltigkeitsambitionen in unseren Märkten. Die Bewertung orientiert sich am Rahmenwerk Portfolio Sustainability Assessments (PSA) des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD). Sie erlaubt, unterschiedliche Marktsignale in den unterschiedlichen Endmärkten unseres Geschäfts zu berücksichtigen. Die Bewertungseinheit wird mittels einer differenzierten Betrachtung der jeweiligen Produkte in spezifischen Anwendungen und regionalen Kontexten (Product Application Region Combinations, PARCs) festgelegt. Für jede PARC erfassen wir auch Produktnutzungseffekte, die wir schrittweise stärker quantifizieren werden.

Evonik agiert in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld mit sich verändernden Märkten, Technologien und regulatorischen Rahmenbedingungen. Infolgedessen sind auch Nachhaltigkeitsanforderungen nicht statisch. Unsere Nachhaltigkeitsanalyse berücksichtigt die steigenden Ambitionsniveaus.

Die Auswertung aller erfassten PARCs bündeln wir in einer strukturierten Bewertung der Nachhaltigkeitsperformance unseres Portfolios, ausgedrückt in den Kategorien „Leader (A++)“, „Driver (A+)“, „Performer (B)“, „Transitioner (C-)“ und „Challenged (C--)“.

Nachhaltigkeitsanalyse der Geschäfte
I
Definition von Zielen, Bilanzrahmen und Prozessen
II
Definition der Untersuchungs- einheiten
III
Ermittlung von Marktsignalen

Marktsignalea

  1. Kritische Stoffe
  2. Regulatorische Trends und globale Konventionen
  3. Nachhaltigkeitsambitionen entlang der Wertschöpfungskette
  4. Ökolabel, Zertifizierungen und Standards
  5. Relative ökologische und soziale Nachhaltigkeitsleistung
  6. Ökologischer und sozialer Wertbeitrag
  7. Beitrag zu den SDGs
  8. Unternehmensinterne Richtlinien und Ziele

aSignalkategorien 1–5 verpflichtend für die Bewertung der PARCs (Product-Application-Region-Combinations); 6–8 optional für zusätzliche Auswertungen.

IV
Kategorisierung des Portfolios
V
Reporting und Nutzung der Ergebnisse

Mehr zur Nachhaltigkeitsanalyse erfahren sie hier

Ergebnisse 2021
Im Berichtsjahr haben wir die Nachhaltigkeitsanalyse zum zweiten Mal auf das gesamte Portfolio von Evonik angewendet. Dabei wurden 463 PARCs untersucht, die in Summe den kompletten Chemieumsatz für das Geschäftsjahr 2020 abdecken. Gegenüber dem Vorjahr mit 326 PARCs hat sich deren Anzahl deutlich erhöht, da zahlreiche PARCs in verschiedene Anwendungen oder Regionen unterteilt wurden, um die Qualität der Beurteilung zu erhöhen. Die wichtigsten Ergebnisse aus der Nachhaltigkeitsanalyse 2021 sind:

  • Evonik erzielt 91 Prozent ihres Umsatzes mit Produkten und Lösungen, die hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsleistung mindestens auf Marktniveau liegen (Kategorien „Leader“, „Driver“ und „Performer“).
  • 37 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet Evonik mit Produkten und Lösungen, die hinsichtlich ihres ausgeprägten positiven Nachhaltigkeitsprofils über oder sogar deutlich über Marktniveau liegen (Kategorien „Leader“ und „Driver“). Das sind unsere Next Generation Solutions. Diese zeichnen sich durch attraktive Wachstumsraten aus und differenzieren sich über ihren besonderen Nachhaltigkeitsnutzen positiv in ihren Märkten. Bis 2030 wollen wir den Umsatzanteil unserer Next Generation Solutions substanziell ausbauen.
Konzernrelevante UN Sustainable Development Goals

Die Sustainable Development Goals (SDGs) geben uns Orientierung, unsere laufende Geschäftstätigkeit aktiv mit übergeordneten Entwicklungspfaden abzugleichen. Evonik unterstützt die Umsetzung der SDGs und setzt sich seit einigen Jahren intensiv mit den eigenen positiven wie negativen Beiträgen auseinander. 2017 haben wir damit begonnen, den positiven Beitrag unserer Produkte und Lösungen zur Umsetzung der SDGs gezielt zu erfassen. Die Ergebnisse veröffentlichen wir auf unserer Website. 2018 folgte die Entwicklung eines Methodenansatzes, mit dem wir die für Evonik besonders relevanten SDGs identifizieren. In die Betrachtung haben wir auch die 169 Unterziele der 17 SDGs einbezogen.

Besonders relevant ist ein SDG für uns dann, wenn ein signifikant positiver oder negativer Einfluss von oder auf Evonik gegeben ist. Dazu haben wir in einem mehrstufigen Verfahren wesentliche Kriterien wie Umsatz, Ergebnisbeitrag, Zugehörigkeit zu Wachstumskernen oder Innovationswachstumsfeldern betrachtet und gewichtet. In die Bewertung eingeflossen sind außerdem interne und externe Stakeholdererwartungen sowie die Ergebnisse unserer Wesentlichkeitsanalyse. Die für Evonik besonders relevanten SDGs sind:

Evonik hat im Geschäftsjahr 2020 mit 52 Prozent des Umsatzes der Chemiegeschäfte zur Erreichung der aus Konzernsicht besonders relevanten SDGs 3, 6, 12 und 13 beigetragen.

Unser Engagement mit Stakeholdern

Wir sind davon überzeugt, dass nur solche Unternehmen langfristig erfolgreich sind, die verantwortungsvoll handeln, denen die Menschen vertrauen und die offen sind für kontinuierliche Verbesserung. Dazu gehört, dass wir sehr aufmerksam hinhören, was Akteure in unserem Umfeld bewegt. 

Der Dialog von Evonik mit ihren Stakeholdern erfolgt kontinuierlich – sowohl im operativen Geschäft als auch auf Konzernebene – und umfasst jedes Jahr eine große Bandbreite an Engagements und Themen. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse teilen wir im Unternehmen.

Unsere Herangehensweise an Stakeholder Engagements haben wir in einem Ansatz festgelegt, der auch die Evonik-Regionen einschließt. Generell achten wir auf eine möglichst breite Abdeckung operativer, nachbarschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Perspektiven.

zurück nach oben