Unsere Handlungsfelder

Umwelt

Als Spezialchemieunternehmen sind wir uns der Auswirkungen unserer Produktionstätigkeit auf die Umwelt bewusst. Um diese zu minimieren, ergreifen wir vielfältige Maßnahmen. „Klimawandel“ ist laut unserer Wesentlichkeitsanalyse eines der drei wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen für Evonik. Weitere bedeutende Themen im Bereich Umwelt sind „Wassermanagement“, „Abfallmanagement“ sowie „Biodiversität“.

Unser Handeln beruht auf einem umfassenden, integrierten Managementsystem für Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Qualität. Dieses gilt für den gesamten Evonik-Konzern und basiert auf gesetzlichen Rahmenvorgaben sowie internen Richtlinien und Verfahrensanweisungen. Über die bloße Erfüllung von Compliance-Anforderungen hinaus unterstützen wir damit die kontinuierliche Verbesserung unserer Umwelt-Performance. Zusätzlich verpflichten wir unsere produzierenden Standorte auf die Zertifizierung nach der international anerkannten Norm für Umweltmanagement ISO 14001. Im Energiesektor nutzen wir die ISO 50001 und arbeiten an ihrer digitalen Umsetzung.

Umweltziele

Unser Ziel ist es, unsere absoluten Scope-1&2-Emissionen bis 2025 um 50 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2008 zu senken. Das heißt, dass wir in den kommenden Jahren unsere Emissionen um 3 Prozent pro Jahr senken werden. Dies untermauert unser Engagement für das Pariser Abkommen. Als zusätzliche Planungsprämisse für Großinvestitionen haben wir auch eine interne CO2-Bepreisung eingeführt. Die Verfügbarkeit von Wasser als Ressource ist stark von regionalen und lokalen Gegebenheiten abhängig. Ein globales Reduktionsziel ist unserer Ansicht nach nicht mehr hilfreich. Deswegen liegt unser Fokus darauf, Aktionspläne für Standorte zu entwickeln, die einem potenziellen Wasserstress ausgesetzt sind. Darüber hinaus haben wir uns Ziele für den Energieverbrauch und die Energieeffizienz gesetzt. Wir wollen den absoluten und spezifischen Energieverbrauch um jeweils 5 Prozent bis 2025 senken (Referenzjahr 2020).

Treibhausgasemissionen

Wir berichten unsere Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG)-Standard. Unterschieden wird zwischen direkten Scope-1-Emissionen aus der Energieerzeugung und der Produktion sowie indirekten Scope-2-Emissionen aus dem Zukauf von Strom und Dampf. Der Stromfremdbezug wird nach dem standort- und marktbasierten Ansatz ausgewiesen.

Unsere Treibhausgasemissionen 2020
in 1.000 Tonnen CO2-Äquivalenten2 2008 2018 2019 2020
Scope 1        
Kohlendioxid (CO2) 8.938 5.636 4.859 4.754
Methan (CH4) 17 17 13 12
Distickstoffoxid (N2O) 74 34 38 30
Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) -- 1,1 13,2 6,5
Summe 9.029 5.689 4.923 4.802
Scope 2        
Fremdbezug Strom, standortbasiert -- 2.398 2.261 2.048
Fremdbezug Strom, marktbasiert 2.800 3.369 2.855 2.847
Stromabgabe Dritte 1.616 2.280 2.146 2.177
Fremdbezug Dampf 515 584 528 546
Dampfabgabe Dritte 1.210 790 674 661
Summe Scope 2 netto (marktbasiert)b 489 882 563 555
THG-Emissionen netto (marktbasiert) 9.519 6.571 5.486 5.357
Gesamte Reduktion Scope 1/Scope 2 bezogen auf das Basisjahr 2008 in % 0 – 31 – 42 – 44

Alle Fußnoten und Erläuterungen in dieser Tabelle wurden für den Online-Nachhaltigkeitsbericht entfernt. Fußnoten und Anmerkungen sind im PDF des Nachhaltigkeitsberichtes 2020 S. 68 zu finden.

Evonik Carbon Footprint
Treibhausgasemissionen in Millionen Tonnen CO2e (ohne Nutzungsphase) 2019 2020
Scope 1 Energie- und Prozessemissionen von Evonik 4.9 4.8
Scope 2 Eingekaufte Energie (netto, Saldo Zukauf Strom und Dampf – Verkauf Strom und Dampf an Dritte, marktbasierter Ansatz) 0.6 0.6
Scope 3 Kategorie 1: Einkauf von chemischen Rohstoffen und Verpackungsmaterialien sowie indirekten Gütern 9,6 10,0
Kategorie 2: Anlagegüter 0,4 0,4
Kategorie 3: Energiebedingte Aktivitäten (außerhalb von Scope 1 und 2) 0,6 0,6
Kategorie 4: Eingehende Transporte von chemischen Rohstoffen 0,3 0,3
Kategorie 5: Entsorgung und Recycling von Produktionsabfällen 0,5 0,5
Kategorie 6: Geschäftsreisen der Mitarbeiter 0,03 0,01
Kategorie 7: Pendeln der Mitarbeiter 0,10 0,08
Kategorie 8: Leasing von Gütern, upstream (Dienstwagen, Strom- und Heizbedarf von Bürogebäuden) 0,02 0,02
Kategorie 9: Ausgehende Transporte von Produkten 0,3 0,3
Kategorie 12: Entsorgung und Recycling von Produkten 5,9 5,5
Total 23,3 23,1

Alle Fußnoten und Erläuterungen in dieser Tabelle wurden für den Online-Nachhaltigkeitsbericht entfernt. Fußnoten und Anmerkungen sind im PDF des Nachhaltigkeitsberichtes 2020 S. 70 zu finden.

Wassermanagement

Evonik strebt konzernweit einen möglichst effizienten Umgang mit Wasser an. Die Reduzierung unserer spezifischen Wasserförderung haben wir in der Vergangenheit stets als Grundlage für einen Teil unserer Umweltziele angesehen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns jedoch gezeigt, dass die globale Betrachtung des Wasserverbrauchs die derzeitigen Herausforderungen nur unzureichend abbildet. Die Verfügbarkeit der Ressource Wasser ist sehr stark von regionalen und lokalen Gegebenheiten abhängig. Ein globales Reduktionsziel ist deshalb nicht mehr hilfreich. Mit unserem Ansatz der Wasserstressanalyse an Produktionsstandorten wollen wir insbesondere der lokal stark unterschiedlichen Wasserverfügbarkeit Rechnung tragen. Der Begriff Wasserstress steht für uns zunächst für die Wasserverfügbarkeit für unsere Chemieproduktion.

Unter Berücksichtigung klimatischer und sozioökonomischer Entwicklungsprojektionen haben wir Standorte ermittelt, die in den nächsten 20 Jahren besonders von Wasserstress betroffen sein könnten. Im Rahmen unserer Arbeiten zur Erreichung unseres aktuellen Wasserziels konzentrieren wir uns zunächst auf unsere großen Verbundstandorte sowie Standorte in Wasserstressgebieten. Unsere Definition von Wasserknappheit orientiert sich dabei an der von der EU-Kommission empfohlenen AWARE-Methode. Unser nachhaltiges Wassermanagement berücksichtigt darüber hinaus quantitative, qualitative und soziale Aspekte der Wassernutzung. Wir wollen Verbesserungspotenziale an unseren Standorten identifizieren und besonders in Wasserstressgebieten so wenig Wasser wie möglich verbrauchen und damit auch die Ansprüche unserer Nachbarn berücksichtigen.

Von unseren untersuchten Produktionsstandorten auf vier Kontinenten wurden insgesamt 20 Standorte mit potenzieller Wasserknappheit in den nächsten 20 Jahren identifiziert. Mit fünf der am meisten betroffenen Standorte in China, Indien, den USA und Südkorea haben wir detaillierte Interviews zur Wassernutzung und möglichen Optionen, diese zu reduzieren, durchgeführt. Bis 2023 planen wir, alle 20 Standorte systematisch zu untersuchen.

Auf dieser Grundlage sollen standortspezifische Maßnahmenpläne erstellt werden, die eine qualifizierte Vorsorge sicherstellen. Dazu werden wir im Jahr 2021 eine strukturierte Vorlage erarbeiten und den Standorten zur Verfügung stellen. Ergänzend dazu wollen wir 2021 an einzelnen Standorten in Austausch mit relevanten Stakeholdern zum Thema Wasserstress treten.

Wasserbilanz von Evonik


Alle Fußnoten und Erläuterungen in dieser Tabelle wurden für den Online-Nachhaltigkeitsbericht entfernt. Fußnoten und Anmerkungen sind im PDF des Nachhaltigkeitsberichtes 2020 S. 72 zu finden.

Abfallmanagement

Die Vermeidung und Minimierung von Abfällen wird durch ständige Verfahrensoptimierungen der betrieblichen Prozesse gefördert. Dazu gehört die betriebsinterne Kreislaufführung von Stoffströmen ebenso wie die Verwendung von hoch spezialisierten Katalysatoren zur Minimierung von Nebenreaktionen. Bei den nicht vermeidbaren Abfällen steht die stoffliche oder energetische Verwertung im Vordergrund. Dazu haben wir Sammelstationen an den Standorten eingerichtet, an denen diverse recycelfähige Abfälle – wie Glas, Papier oder Holz – sortenrein erfasst und anschließend an externe Recyclingfirmen zur stofflichen Verwertung weitergeleitet werden.

Im Rahmen unseres systematischen Abfallmanagements nutzen wir die Vorteile von integrierten Produktionsstandorten und Verbundsystemen. Dabei werden Stoffe, die in einem Produktionsprozess als Nebenprodukte anfallen, in anderen Produktionsanlagen als Rohstoffe eingesetzt. Zum Beispiel produzieren wir in unserem C4-Verbund am Standort Marl unter anderem Butadien, 1-Buten, MTBE (Methyl-tert-butylether), Isononanol und Weichmacher. Die Verbundwirtschaft unserer Standorte bietet auch die Möglichkeit, auf kurzem Wege Abfälle zur stofflichen Verwertung zu nutzen. So werden im Chemiepark Marl flüssige organische Rückstände als Ersatz für schweres Heizöl in der Synthesegas-Anlage verwendet und Abfallschwefelsäure in der Schwefelsäure-Anlage recycelt. Neben stofflicher Verwertung erfolgt bei Abfällen mit hohen Heizwerten (sogenannte Ersatzbrennstoffe) eine energetische Verwertung, wodurch fossile Primärbrennstoffe eingespart werden. Die Abgase aus den Produktionsbetrieben setzen wir teilweise als Brennstoffersatz (Heizgas) ein. Der Wärmeinhalt der Ersatzbrennstoffe und Verbrennungsgase wird wiederum zur Erzeugung von Dampf verwendet.

Biodiversität

Evonik hat die für den Konzern besonders relevanten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ermittelt. Biodiversität spielt insbesondere bei SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion) eine Rolle.

Eine schwindende Biodiversität wirkt sich ungünstig auf die Geschäftstätigkeit von Evonik aus. Gleichzeitig können Wirtschaftsaktivitäten von Evonik negative Effekte auf die biologische Vielfalt haben. Mit unseren Produkten leisten wir aber auch Beiträge zum Erhalt von Biodiversität. Dazu zählen beispielsweise Aminosäuren für die Ernährung von Hühnern, Schweinen und Rindern, die den Flächenbedarf zur Futtermittelproduktion deutlich reduzieren und damit Lebensräume bewahren. Der Aufrechterhaltung mariner Biodiversität dient der Einsatz unserer Aminosäuren in der Aquakultur, wo sie Fischmehl oder -öl ersetzen. Für die Lachszucht hat Evonik gemeinsam mit DSM ein innovatives Verfahren entwickelt, mit dem Omega-3-Fettsäuren biotechnologisch durch natürliche Meeresalgen produziert werden. Hierdurch kann der Einsatz der begrenzten Ressource Fischöl entfallen. Das Gemeinschaftsunternehmen Veramaris betreibt in Blair (Nebraska, USA) eine Produktionsstätte im Weltmaßstab. Damit kann Veramaris etwa 15 Prozent des jährlichen Bedarfs der weltweiten Lachszuchtindustrie an den Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) decken.

Ausgangspunkte für unsere Beschäftigung mit Biodiversität sind klassische Umweltthemen wie Emissionen in Gewässer und die Luft sowie das verantwortungsvolle Wasser- und Abfallmanagement, über die wir regelmäßig berichten. Seit 2017 haben wir „Biodiversität“ aufgrund der Rückmeldungen von internen und externen Stakeholdern als Thema in unsere Wesentlichkeitsanalyse aufgenommen.