Umwelt

Umwelt

Der Schutz von Klima und Umwelt gehört zu den wesentlichen globalen Herausforderungen unserer Zeit. Es ist Teil unserer unternehmerischen Verpflichtung, die natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen zu erhalten. Dazu gehört auch, im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie unsere Emissionen kontinuierlich zu senken.

Als Spezialchemieunternehmen sind wir uns der Auswirkungen unserer Produktionstätigkeit auf die Umwelt bewusst. Um diese zu minimieren, ergreifen wir vielfältige Maßnahmen. „Klimawandel“ ist laut unserer Wesentlichkeitsanalyse eines der drei wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen für Evonik. Weitere bedeutende Themen im Bereich Umwelt sind „Wassermanagement“, „Abfallmanagement“ sowie „Biodiversität“.

Unser Handeln beruht auf einem umfassenden, integrierten Managementsystem für Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Qualität. Dieses gilt für den gesamten Evonik-Konzern und basiert auf gesetzlichen Rahmenvorgaben sowie internen Richtlinien und Verfahrensanweisungen. Über die bloße Erfüllung von Compliance-Anforderungen hinaus unterstützen wir damit die gezielte Verbesserung unserer Umwelt-Performance. Zusätzlich verpflichten wir unsere produzierenden Standorte auf die Zertifizierung nach der international anerkannten Norm für Umweltmanagement ISO 14001. Im Energiesektor nutzen wir die ISO 50001 und arbeiten an ihrer digitalen Umsetzung. Zurzeit sind 45 Standorte nach ISO 50001 zertifiziert, das entspricht einer Abdeckung von ca. 80 Prozent des Energieverbrauchs von Evonik.

Klimaberichterstattung auf hohem Niveau

Im Rahmen der Teilnahme am CDP Climate Change und CDP Water Security hat Evonik auch 2021 wieder detailliert Datenmaterial, Strategien sowie Entwicklungspfade zum Thema Klimawandel veröffentlicht. In beiden Kategorien konnten wir unsere Bewertung aus dem Vorjahr bestätigen. Unsere Berichterstattung zu Klimaschutz wurde mit „A-“, zu Wasser mit „B“ bewertet.

Task Force on Climate-related Financial Disclosures

Wir verfolgen intensiv die Ziele der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD), bei der die Klimaberichterstattung von Unternehmen sowie deren klimabedingte Chancen und Risiken im Mittelpunkt stehen. Im Kapitel „Berichtsgrundlagen“ fassen wir klimabezogene Informationen in den Kategorien „Governance“, „Strategie“, „Risikomanagement“ sowie „Kennzahlen und Ziele“ entsprechend der TCFD-Struktur zusammen. Der Vorstand wird regelmäßig im Rahmen unseres konzernweiten Chancen- und Risikomanagements auch über klimabedingte Chancen und Risiken informiert. Aufbauend auf der im vergangenen Jahr durchgeführten TCFD-Reifegraderhebung haben wir in unserer bereichsübergreifenden Arbeitsgruppe eine vertiefende Diskussion zu TCFD-Szenarioanalysen durchgeführt. Folgeaktivitäten sind für das Frühjahr 2022 geplant.

Umweltziele

Mit dem Ziel einer absoluten Minderung unserer Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 50 Prozent bis 2025 auf Basis 2008 – dem ersten vollen Jahr nach der Gründung von Evonik – bekräftigen wir unser Bekenntnis zu den Beschlüssen des Pariser Klimaabkommens. Wir gehen dabei von einer durchschnittlichen Reduktion klimarelevanter Emissionen um jährlich 3 Prozent aus (Stand 2021: – 43 Prozent). Im Berichtsjahr haben wir intensiv an der Fortschreibung unserer Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie jenseits von 2025 gearbeitet. Damit tragen wir sich verändernden technologischen und regulatorischen Entwicklungen zeitnah Rechnung.

Die für die Erreichung unserer THG-Umweltziele geplanten Maßnahmen führen zu einer deutlichen Senkung der weiteren Emissionen ab 2022: Mit der Inbetriebnahme der beiden neuen Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerke in Marl sowie der parallel verlaufenden Stilllegung des Kohlekraftwerks I am Standort wird sich das Emissionsgeschehen bei Evonik grundlegend ändern. Zusätzliche Wirkung entfaltet die neue Marler Anlage zur thermischen Nachverbrennung, die im Zuge der Errichtung des neuen Polyamid-12-Anlagenkomplexes 2022 in Betrieb genommen wird. Insgesamt wollen wir mit diesen Maßnahmen bis 2024 folgende Reduktionen der Emissionen in die Luft erreichen:

  • Kohlendioxid (CO2): – 1.000.000 Tonnen
  • Stickoxide (NOx/NO2): – 1.000 Tonnen
  • Schwefeldioxid (SOx/SO2): – 500 Tonnen
  • Distickstoffoxid (N2O): – 60 Tonnen
  • Staub: – 30 Tonnen
  • Schwermetalle (As, Cd, Cr, Cu, Hg, Ni, Pb, Zn): – 0,1 Tonnen.

Im Rahmen unseres Strategie- und Planungsprozesses 2021 haben wir Optionen zur kurz-, mittel- und langfristigen Senkung unserer Treibhausgasemissionen evaluiert. Für potenzielle Reduktionsmaßnahmen prüfen wir gleichermaßen technologische wie ökonomische Machbarkeitskriterien sowie Auswirkungen auf Wachstums- und Profitabilitätsszenarien. Entsprechende Betrachtungen werden auch Gegenstand unseres Strategiedialogs 2022 sein.

Die Verfügbarkeit der Ressource Wasser ist sehr stark von regionalen und lokalen Gegebenheiten abhängig. Deshalb verfolgen wir beim Wasser einen standortspezifischen Ansatz. Unter Berücksichtigung klimatischer und sozioökonomischer Entwicklungsprojektionen haben wir Standorte ermittelt, die in den nächsten 20 Jahren in besonderem Maße von Wasserstress betroffen sein könnten. Diese Ergebnisse überprüfen wir lokal, um sie bei Bedarf um standortspezifische Maßnahmenpläne für die qualifizierte Vorsorge zu ergänzen: Dabei untersuchen wir beispielsweise alternative Kühlsysteme oder Transportoptionen sowie Möglichkeiten der Prozesswasserminderung. Ergänzend zu den Zielen für Emissionen und Wasser hat sich Evonik Ziele für die Senkung des weltweiten Energieverbrauchs gesetzt: Demnach sollen bis zum Jahr 2025 sowohl der absolute als auch der Energieverbrauch in Relation zur Produktion (spezifisch) um jeweils 5 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2020 sinken.

Für das kommende Jahr haben wir uns die Erarbeitung quantitativer Ziele für Wasser und Abfall vorgenommen.

Klimawandel

Klimawandel ist eines der Top-3-Themen unserer Wesentlichkeitsanalyse. Deshalb legen wir darauf einen besonderen Fokus. Neben der Produktion nachhaltiger und effizienzsteigernder Produkte für unsere Kunden senken wir unsere CO2-Emissionen durch Erneuerung und Umstellung unserer Energieinfrastruktur sowie durch Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung. Für große Investitionen besteht ein CO2-Preis als zusätzliche Planungsprämisse.

Unser Ziel ist die absolute Minderung unserer Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen um 50 Prozent bis 2025 auf Basis 2008. Ferner wollen wir bis 2025, bezogen auf das Basisjahr 2020, die Scope-3-Emissionen aus der vorgelagerten Wertschöpfungskette – im Wesentlichen aus dem „Rohstoffrucksack”– um 15 Prozent sowie den absoluten und den spezifischen Energieverbrauch um jeweils 5 Prozent senken. Hierzu tragen unter anderem innovative Technologien, Optimierungen in der Produktion, der effiziente Umgang mit nicht erneuerbaren Energieträgern und der Einsatz erneuerbarer Energiequellen bei. Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Ausbau von Verbundstrukturen zwischen Chemieproduktion und Energieanlagen an unseren Standorten Marl und Rheinfelden, in die wir auch Produktionsstätten Dritter sowie verstärkt kommunale Abnehmer einbinden.

Nachhaltiges Energiemanagement

Einen bedeutenden Beitrag zur Steigerung unserer Energieeffizienz und Senkung unserer THG-Emissionen leisten unsere neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerke in Marl:

  • Mit einem neuen Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerk beendet Evonik dort nach mehr als 80 Jahren die Erzeugung von Strom und Dampf auf der Basis von Steinkohle und senkt ihren CO2-Ausstoß um bis zu 1 Million Tonnen pro Jahr. Konzernweit werden dadurch die direkten jährlichen Scope-1-Treibhausgasemissionen um fast ein Fünftel reduziert. Die Laststeuerung der Anlage ist hochflexibel. Dadurch kann sie dazu beitragen, die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz auszugleichen – ein wichtiger Baustein für die Energiewende.
  • Darüber hinaus bauen wir zurzeit ein weiteres GuD-Kraftwerk in Marl, das ein bestehendes Reservegaskraftwerk vor Ort ersetzen wird. Mit diesem zweiten Kraftwerk schließt Evonik die Erneuerung der Energieinfrastruktur an ihrem weltweit größten Standort ab. Beide Kraftwerke sollen 2022 in Betrieb gehen. Die neuen Anlagen erbringen mit einem Gesamtnutzungsgrad von über 90 Prozent eine Leistung von bis zu 270 Megawatt Strom. Das entspricht dem Bedarf von ungefähr 750.000 Haushalten. Die Anlagen können bis zu 660 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugen. Alle Kraftwerke im Chemiepark Marl werden künftig im Verbund aus einem neuen zentralen Leitstand betrieben.

Der Einsatz erneuerbarer Energien wird im gesamten Unternehmen stetig geprüft. Unser Standort Rheinfelden deckt einen großen Teil seines Strombedarfs aus umweltschonender Wasserkraft. Außerdem nutzen wir Wasserkraft zur Stromerzeugung in Weißenstein (Österreich) sowie Fotovoltaik in Hanau, Mexiko-Stadt und Querétaro (beide Mexiko).

Im Jahr 2021 lag der Anteil der Stromeigenerzeugung für den eigenen Stromverbrauch an den Standorten aus erneuerbaren Energien konzernweit bei rund 8 Prozent. Der Rest wurde über Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzeugt. Gegenüber separater Strom- und Dampferzeugung lassen sich so erhebliche Mengen an Brennstoffen und damit CO2-Emissionen einsparen.

Konzernweit steigern wir die Nutzung erneuerbarer Energien durch den Bezug von Grünstrom zum Beispiel im Geschäftsgebiet Functional Solutions am Standort Lülsdorf bzw. an globalen Standorten der Geschäftsgebiete Active Oxygen, Care Solutions, Health Care, Oil Additives und Silanes. An unseren brasilianischen Standorten beziehen wir zudem Strom mit einem Wasserkraftanteil von rund 95 Prozent.

Seit Anfang 2020 bezieht Evonik am Standort Schörfling am Attersee (Österreich) ein Viertel des Gasbedarfs aus Biomethan. Diesen Anteil werden wir ab 2022 auf 100 Prozent erhöhen. Ebenso wird seit 2021 für die Herstellung einzelner Produkte des Geschäftsgebiets High Performance Polymers in Deutschland Biomethan eingesetzt.

Darüber hinaus prüfen wir, den Bezug von externem Strom über Power Purchase Agreements (PPAs) auszubauen. PPAs sind spezielle Stromlieferverträge, bei denen ein Unternehmen direkt von beispielsweise einem Windkraftproduzenten grünen Strom und die damit verbundenen Zertifikate erwirbt.

Energiemanagementsystem und Energieeffizienzmaßnahmen
Evonik will bis zum Jahr 2025 sowohl den absoluten als auch den spezifischen Energieverbrauch um jeweils 5 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2020 senken. Unser Energiemanagementsystem (EnMS) unterstützt die Erreichung dieses Konzernziels durch operative Energieziele an den Standorten. Im Jahr 2020 führten erfolgreich umgesetzte Energieeffizienzmaßnahmen zu einer energetischen Einsparung von etwa 200 Gigawattstunden (GWh) und damit zu einer Senkung um ca. 63.000 Tonnen CO₂.

Im Berichtsjahr hat Evonik das EnMS nach ISO 50001 an 46 Standorten eingeführt. Mehr als 80 Prozent unseres weltweiten Energieverbrauchs unterliegen damit dem Prozess der fortlaufenden Verbesserung eines EnMS. In den kommenden Jahren ist vorgesehen, weitere Standorte einzubeziehen. 2021 konnten wir erste Standorte in den Evonik-Regionen Südamerika und Asien-Pazifik erfolgreich zertifizieren lassen.

Durch strukturierte Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen ist es uns gelungen, den absoluten und spezifischen Energieverbrauch zwischen 2018 und 2020 an allen Standorten, an denen das EnMS im Einsatz war, um rund 2 Prozent jährlich zu senken. Dabei sind folgende Maßnahmen besonders hervorzuheben:

  • Verbesserung der Abwärmenutzung am Standort Marl (Energieeinsparung 40 GWh/a)
  • Erneuerung der Dampferzeugung am chinesischen Standort Nanping (Energieeinsparung 31 GWh/a)
  • Substitution von Erdgas zur Dampferzeugung durch anfallenden Wasserstoff am Standort Mobile (Alabama, USA) (Energieeinsparung 24 GWh/a)
  • Nutzung eines intelligenten Reglers (Advanced Process Control) zur Verbesserung der Energieeffizienz am belgischen Standort Antwerpen Energieeinsparung 17 GWh/a).

Durch die Umstellung auf eine digitale Datenerfassung und die damit einhergehende höhere Transparenz sowie verbesserte Steuerungsmöglichkeiten haben wir das EnMS im Berichtsjahr weiter optimiert. Nach erfolgreichen Tests des digitalen Systems an verschiedenen Standorten wurde mit dem globalen Roll-out begonnen. Regionale Schwerpunkte im Jahr 2021 waren Nordamerika und Europa. Bis zum Jahr 2026 wollen wir den Großteil unserer weltweiten Produktionsstandorte auf die automatische digitale Energiedatenerfassung umstellen. Danach erwarten wir eine Steigerung der Energieeinsparung auf rund 3 Prozent pro Jahr

Treibhausgasemissionen
Wir berichten unsere Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) nach dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol Standard. Unterschieden wird zwischen direkten Scope-1-Emissionen aus der Energieerzeugung und der Produktion sowie indirekten Scope-2-Emissionen aus dem Zukauf von Strom und Dampf. Der Stromfremdbezug wird nach dem standort- und marktbasierten Ansatz ausgewiesen. Gemäß Greenhouse Gas Protocol wurden die Kohlendioxidemissionen der zugekauften Strommengen bei der standortbezogenen Methode mit länderspezifischen durchschnittlichen Emissionsfaktoren und bei der marktbasierten Methode mit den individuellen Emissionsfaktoren des Stromlieferanten berechnet.

Die absoluten Netto-THG-Emissionen stiegen im Berichtsjahr leicht um 1 Prozent auf 5,5 Millionen Tonnen CO2e. Verbunden mit einer Steigerung des Produktionsvolumens von 7 Prozent – hauptsächlich aufgrund der starken Erholung der Weltkonjunktur im Berichtsjahr sowie der Übernahme der Porocel-Gruppe – führte dies zu einem erheblichen Rückgang der spezifischen Netto-THG-Emissionen um 6 Prozent. Dazu trugen im Scope-1-Bereich im Wesentlichen die vermehrte erdgasbasierte Energieerzeugung in Marl und gezielte Energiesparmaßnahmen bei. Ein weiterer Grund ist unter Scope-2 der verstärkte Zukauf von Strom aus regenerativen Quellen – etwa durch das Geschäftsgebiet Active Oxygen. Der Stromzukauf 2021 nahm deshalb zwar um 14 Prozent zu, gleichzeitig fielen jedoch die damit verknüpften THG-Emissionen um 15 Prozent.

Unsere Treibhausgasemissionen 2021
in 1.000 Tonnen CO2-Äquivalenten 2008 2019 2020 2021
Scope 1        
Kohlendioxid (CO2) 8.938 4.859 4.813 4.777
   davon biogene CO2-Emissionen 138 166 138 144
Methan (CH4) 17 13 12 12
Distickstoffoxid (N2O) 74 38 28 11
Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) -- 13 7 25
Summe 9.029 4.923 4.860 4.826
Scope 2        
Fremdbezug Strom, standortbasiert -- 2.261 914 1.014
Fremdbezug Strom, marktbasiert 2.800 2.855 1.049 895
Stromabgabe Dritte 1.616 2.146 365 272
Fremdbezug Dampf 515 528 595 734
Dampfabgabe Dritte 1.210 674 708 715
THG-Emissionen brutto (marktbasiert) -- -- 6.504 6.455
THG-Emissionen netto (marktbasiert) 9.519 5.486 5.431 5.468
Gesamte Reduktion Scope 1/Scope 2 bezogen auf das Basisjahr 2008 in % 0 – 42 – 43 – 43

Alle Fußnoten und Erläuterungen in dieser Tabelle wurden für den Online-Nachhaltigkeitsbericht entfernt. Fußnoten und Anmerkungen sind im PDF des Nachhaltigkeitsberichtes 2021 S. 80 zu finden.

Wassermanagement

Wir verwenden Wasser möglichst sparsam und arbeiten daran, unsere Emissionen in Gewässer weiter zu verringern. Eine gute Wasserversorgung ist eine wichtige Voraussetzung für die reibungslose Produktion.

Evonik strebt konzernweit einen möglichst effizienten Umgang mit Wasser an. Die Verfügbarkeit der Ressource Wasser ist sehr stark von regionalen und lokalen Gegebenheiten abhängig. Mit unserem Ansatz der Wasserstressanalyse an Produktionsstandorten tragen wir insbesondere der lokal stark unterschiedlichen Wasserverfügbarkeit Rechnung. Der Begriff Wasserstress steht für uns zunächst für die Wasserverfügbarkeit in der Produktion. Unser nachhaltiges Wassermanagement berücksichtigt darüber hinaus quantitative, qualitative und soziale Aspekte der Wassernutzung. Wir identifizieren Verbesserungspotenziale an unseren Standorten und besonders in Wasserstressgebieten, um so wenig Wasser wie möglich zu verbrauchen und damit auch die Ansprüche unserer Nachbarn zu berücksichtigen. Im Jahr 2022 wollen wir im Rahmen eines strategischen Projekts wieder ein quantitatives Wasserziel erarbeiten.

Unter Berücksichtigung klimatischer und sozioökonomischer Entwicklungsprojektionen haben wir 2019 Standorte ermittelt, die in den nächsten 20 Jahren besonders von Wasserstress betroffen sein könnten, und diese Ergebnisse 2020 überprüft und aktualisiert. Unsere Definition von Wasserknappheit orientiert sich an der von der EU-Kommission empfohlenen AWARE-Methode. Bei der Bearbeitung der in Betracht kommenden Standorte orientieren wir uns an der AWARE-Gruppierung „Extreme – High – Medium – Moderate“. Im Berichtsjahr wurden zehn Produktionsstandorte mit der AWARE-Klassifizierung „Extreme” bzw. „High” bewertet, weitere neun Standorte als „Medium” oder „Moderate”.

Im Rahmen unserer Arbeiten zur Erreichung unseres aktuellen Wasserziels konzentrieren wir uns zunächst auf unsere großen Verbundstandorte sowie auf Standorte in Wasserstressgebieten. Für alle Standorte mit der Wasserknappheits-Klassifizierung „High“ oder „Extreme“ haben wir im Berichtsjahr weitere Interviews und Maßnahmenanalysen abgeschlossen. Eingebunden wurden unsere ESHQ-Experten sowie die den jeweiligen Standort betreuenden Prozess- und Technologie-Experten. Mit den betroffenen Standorten in China, Indien, den USA, Südkorea und Europa haben wir zudem detaillierte Gespräche zur Wassernutzung durchgeführt, einschließlich möglicher Optionen, diese zu reduzieren. Bis 2023 planen wir, alle Standorte mit der Klassifizierung „Moderate” oder „Low” systematisch zu untersuchen.

Wasserbilanz von Evonik 2021
Wasserbilanz

Alle Fußnoten und Erläuterungen in dieser Grafik wurden für den Online-Nachhaltigkeitsbericht entfernt. Fußnoten und Anmerkungen sind im PDF des Nachhaltigkeitsberichtes 2021 S. 85 zu finden.

Abfallmanagement

Unser Bestreben, Produktionsabfälle weiter zu verringern, folgt einer klaren Zielhierarchie: Abfälle sind in erster Linie durch stetige Verfahrensverbesserungen und den Ausbau von Verbundsystemen zu vermeiden, andernfalls stofflich zu verwerten oder zur Energiegewinnung zu nutzen und erst als dritte Option sicher zu beseitigen.

Biodiversität

Wir sind uns bewusst, dass unsere Geschäfte Chancen und Risiken in Bezug auf die Bewahrung der biologischen Vielfalt bergen. Dies betrifft vor allem unsere weltweite Produktion, aber auch die Rohstoffe, die wir einkaufen, und die Anwendung unserer Produkte.

Der Erhalt der biologischen Vielfalt rückt zunehmend in den Fokus von Unternehmen, Verbrauchern und Investoren. Gleichzeitig werden regulatorische Anforderungen und Anreize für unterstützende Maßnahmen geschaffen bzw. weiterentwickelt. Evonik hat die für den Konzern besonders relevanten UN Sustainable Development Goals ermittelt. Biodiversität spielt insbesondere bei SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion) eine Rolle.

Ausgangspunkte für unsere Beschäftigung mit Biodiversität sind klassische Umweltthemen wie Emissionen in Gewässer und die Luft sowie das verantwortungsvolle Wasser- und Abfallmanagement, über die wir regelmäßig berichten. Seit 2017 hat Evonik „Biodiversität“ aufgrund der Rückmeldungen von internen und externen Stakeholdern als Thema in die Wesentlichkeitsanalyse aufgenommen. Im Berichtsjahr bündeln wir erstmals unsere Beiträge zur Biodiversität in der Sustainability Focus Area Safeguard Ecosystems. Im Laufe des Jahres 2022 wollen wir uns im Rahmen eines strategischen Projekts intensiver mit der Biodiversität befassen.

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